Titel „Geometrische Formen und Körper“
1. Preis und Publikumsliebling Ein Herz für Spitze

Hannah Schwarz, A 1050 Wien
Format: 10 x 10 x 15 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwolle
Entstehungsjahr: 2025/26
Dreidimensionae Objekte – und somit auch Körper – können durch Aneinanderfügen von Dreiecken nachgebaut werden. Dieses Herz besteht aus 438 Dreiecken, welche sich zu 22 dunkelroten Stücken und 24 roten Stücken zusammensetzen.
Die einzelnen Teile wurden per Hand zusammengenäht. Damit das Herz stabil ist, werden die roten Teile außen horizontal angefügt (ähnlich wie die Schichten eines Jenga-Turms). Die Ideenfindung ist hier nicht besonders spannend: ich habe die Beschreibung des Wettbewerbs gelesen und mir gedacht, ich könnte ein anatomisches Herz klöppeln.
2. Preis Zurück im Leben

Frauke Frerichs-Gundt, 65779 Kelkheim
Format: 32 x 23 x 21 cm
Technik: Klöppeln, Nadelspitze
Material: Baumwolle, Nähgarn, Glitzer-Effektgarn, Blumensteckdraht
Entstehungsjahr: 2025/26
Die Idee zu dieser Arbeit beruht auf einem Kubo-Oktaeder. Beim Grübeln über die Form und ihre Verwendung kam mir der autobiografisch angehauchte Titel „Zurück im Leben“.
Meine Arbeit besteht aus zwei Kubo-Oktaedern, einer in wilder Nadelspitze gearbeitet. Die Form ist nicht geschlossen, sie soll wie aufgeplatzt wirken. Mitten darin liegt das zweite, gleichgroße Kubo-Oktaeder, dessen Quadrate geklöppelt und die Dreiecke in Nadelspitze gestaltet sind.
Das Gefühl von Trauer … nur noch zu funktionieren … ist geplatzt, das bunte Leben tritt wieder in voller Freude zu Tage. Das Konzept entwickelte sich über mehrere Monate.
3. Preis Satz des Pythagoras

Wilhelma Schmülling, 48301 Nottuln
Format: 10 x 11 cm
Technik: Klöppeln
Material: Seiden- und etwas Goldgarn
Entstehungsjahr: 2026
Der Satz des Pythagoras ist für mich die „goldene Regel“ der Geometrie. Was in der Schule oft mühsam errechnet werden musste, ist geklöppelt sofort zu erkennen.
Es wurde nur mit zwei Paaren geklöppelt (Flechter, Formschläge und Russisches Rad) und mit Festonstichen umrandet.
Weitere Einsendungen
Rollender Oloid im dreidimensionalen Rahmen


Heike Beckers-Hartl, 40221 Düsseldorf
Format: 32 x 23 x 6 cm (Rahmen)
Technik: Klöppeln
Material: Baumwolle
Entstehungsjahr: 2026
Das Oloid ist ein geometrischer Körper, der erst 1929 vom Bildhauer und Maschinenbauer Paul Schatz entdeckt wurde. Das Oloid ist einer der wenigen bekannten Körper, die über ihre gesamte Oberfläche abrollen. Setzt man es auf eine Schräge, so rollt es in einer taumelnden Bewegung hinunter, ohne dabei jemals über seine Kanten zu poltern.
Das Oloid kommt heute in vielfältiger Weise zum Einsatz, sei es in der Wasseraufbereitung (Oloid-Rührer), der Windkrafttechnik oder der Luftfahrt.
Luises Knopf


Hedi Birtel, 66133 Saarbrücken-Scheidt
Format: 75 x 20 cm
Technik: Weißstickerei: Cilaos
Material: Leinengarn und -stoff
Entstehungsjahr: 2021
Das Geschenk meiner Freundin Luise – ein handgearbeiteter Knopf – gefiel mir so gut, dass ich ihn in Spitzenstickerei, CilaosStickerei , nachgearbeitet habe. Die Sticktechnik des Knopfes habe ich in meine Motive eingearbeitet.
Windlicht

Karin Braams, 26340 Zetel
Format: 10 x 10 x 10 cm
Technik: Klöppeln
Material: Garn: Aurifil 50
Entstehungsjahr: 2026
Jede Seite des Windlichts hat eine andere Klöppeltechnik: Torchon, Flandrisch, Schneeflocken, Cluny, Mailänder
Lebenslauf

Frauke Frerichs-Gundt, 65779 Kelkheim
Format: 37 x 37 x 6 cm
Technik: Nadelspitze und einzelne Elemente: Klöppeln, Stricken, Häkeln, Occhi
Material: verschiedene Garne, Blumendraht
Entstehungsjahr: 2025/26
Das Baby kommt als unbeschriebenes Blatt, aber mit eigenem Charakter auf die Welt (liegt flach, ist klein, hilflos). Das Kind testet seine Grenzen aus, ist noch etwas wackelig im Leben (Dreiecke). Die Jugend hat Flausen im Kopf, strotzt vor Energie (Pyramide 3 Seiten).
Junge Erwachsene denken über Familiengründung, Karriere … nach (Pyramide 4 Seiten). Ältere Erwachsene stellen sich Fragen des Lebens, erleben Krisen, brechen zu neuen Ufern auf (flache Pyramide 5 Seiten). Rentner/innen haben viel erlebt, das Leben ist immer noch bunt und vielseitig. Hobby und Ehrenamt nehmen großen Raum ein (Fläche aus Dreiecken). Alte Menschen leben von Erinnerung, manches wird Durcheinander gebracht. Das Leben wird grauer und schließlich kommt der Tod (schwarze Blume).
Möbiusvariation

Conny, 64331 Weiterstadt
Format: 26 x 7 x 8 cm
Technik: Occhi
Material: Baumwollgarn, Rocailles
Entstehungsjahr: 2025
Die Struktur des Möbiusbandes fasziniert mich schon lange. Ein zweidimensionaler Körper in dreidimensionalem Raum. Ich wollte wissen, ob dies in Occhi möglich ist und fand zwei Varianten, sogar ohne den Fadenverlauf unterbrechen zu müssen. Ergebnis: ein eindimensionaler Faden wird zum zweidimensionalen Objekt im dreidimensionalen Raum.
Die Wandlungen des Lebens

Maria Kilian, 42551 Velbert
Format: 20 x 20 x 25 cm
Technik: Klöppeln
Material: Leinen in mehreren Farben
Entstehungsjahr: 2025
Von der Kindheit über die Jugend zum Erwachsenen bis zum Alter: Das Leben wandelt sich ständig. Es gibt Höhen und Tiefen, helle und dunkle Momente. Das Leben spiegelt sich im Laufe der Zeit.
Olympisches Feuer

Maria Kilian, 42551 Velbert
Format: 26 x 9 x 30 cm
Technik: Klöppeln
Material: Leinengarn
Entstehungsjahr: 2025
Geometrie hat mir in der Schule schon sehr gefallen. Ich habe verschieden große Quader zu einer Treppe formiert um darauf das Olympische Feuer zu präsentieren.
Würfel mit Motiven der Spitzengilde

Gerlinde Lehmann, 36100 Petersberg
Format: 8 x 8 x 8 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwolle
Entstehungsjahr: 2025
Würfel = klassischer Körper im Spiel mit Punkten. Anstelle von Punkten habe ich in den Grund die Motive der Spitzengilde als Konturfaden eingearbeitet.
Formen im Quadrat

Gerlinde Lehmann, 36100 Petersberg
Format: 15 x 15 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwolle
Entstehungsjahr: 2025
Über Torchon-Muster kam mir die Idee, verschiedene Formen (Quadrat, Trapez, Dreiecke …) und Muster (Rohrstuhlgrund, Rosengrund, Pagodengrund …) in einem Quadrat darzustellen.
Dreiecke – Dreieckvielfalt

Andrea Paul, 27624 Geestland
Format: 30 x 25 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwollgarn
Entstehungsjahr: 2025/26
Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs fand ich gut, da es eine große Vielseitigkeit bietet. Den Entwurf hatte ich vor längerem bereits gezeichnet, nun konnte ich ihn ausarbeiten. Hiermit wollte ich zeigen, dass Dreiecke nicht nur als Warnsignal ihre Bedeutung haben.
Spannung in Form

Angelika Pischke, 99095 Erfurt
Format: 40 x 30 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwollgarne
Entstehungsjahr: 2026
Eine zweidimensionale, spannungsvolle Darstellung von 3D-Objekten.
Geometrische Katze

Angelika Pischke, 99095 Erfurt
Format: 20 x 30 cm
Technik: Klöppeln
Material: Baumwollgarne auf Filz
Entstehungsjahr: 2026
Ich liebe Katzen, deshalb habe ich sie hier in einzelne geometrische Formen und geklöppelte Gründe zerteilt.
Der blaue Pfau

Christina Sarnes, 76133 Karlsruhe
Format: 30 x 45 cm
Technik: Häkeln, Stricken
Material: Baumwollgarn, Wolle
Entstehungsjahr: 2026
Bin ein großer Fan von alten Handarbeitstechniken: Häkeln, Sticken und Stricken sind meine Favoriten. Nachdem ich die Wettbewerbs-Ausschreibung gelesen hatte, kam mir direkt eine Zylinderform mit Pfau in den Sinn. Er steht für Schönheit, heiliger Vogel, Glück und Würde. Dies habe ich versucht, mit der Häkeltechnik umzusetzen.
Tangram-Puzzle

Wilhelma Schmülling, 48301 Nottuln
Format: variabel
Technik: Klöppeln
Material: schwarzes Leinengarn
Entstehungsjahr: 2025/26
Dieses chinesische Legespiel begleitet mich seit mehr als 50 Jahren. Aus den sieben geometrischen Teilen lassen sich unzählige Figuren legen.
Alle Teile wurden mit nur zwei Paaren geklöppelt – mit einem Rand aus Festonstichen.
Lieseln – einmal anders

Dagmar Schnuck, 33659 Bielefeld
Format: 30 x 30 x 30 cm
Technik: Klöppeln
Material: Leinen, Baumwolle, Seide
Entstehungsjahr: 2026
Ich bin außer begeisterter Klöpplerin auch passionierte Patchworkerin. Dabei gibt es das English Paper Piecing (auch Lieseln genannt), bei dem aus geometrischen Formen (Hexagone, Rauten) mit Hilfe von Papierschablonen beeindruckende Quilts gefertigt werden. Einzig beim Fünfeck lässt sich dabei die Zweidimensionalität nicht einhalten, die Werke werden immer dreidimensional. Dies habe ich mit der Spitze dargestellt: ein Dodekaeder aus 12 gleichseitigen Fünfecken.
Geometrie 2

Jennifer Spieth, 75734 Essingen
Format: 49 x 43 cm
Technik: Häkeln
Material: Baumwolle
Entstehungsjahr: 2026
Angelehnt an Tischdecken mit eingesetzter Spitze habe ich einen Wandbehang gestaltet, bei dem die Geometrie im Fokus steht. Dazu war ich auf der Suche nach einer für mich perfekten Form und bin inspiriert von Bienenwaben auf das Sechseck gekommen, das schon lange in der „Grannysquare-Welt“ vertreten ist. Häkelspitze ist recht flexibel, so kann man beim Blocken Körper verwenden, um ein dreidimensionales Ergebnis zu bekommen. Die Pyramidenform ist in der Spitze rechtwinklig, würde zusammengefügt ein Quadrat ergeben und wirkt so sehr harmonisch. Aus der Weiterentwicklung einer alten Technik und einem klassischen Spitzenmuster ist nun dieser sehr modern anmutende Wandbehang „Geometrie 2“ entstanden.
Ausschreibung Wettbewerb 2026
Der (Erwachsenen- und auch Kinder-) Wettbewerb der Deutschen Spitzengilde e.V. steht im Jahr 2026 unter dem Thema:
Geometrische Formen und Körper
Was ist der Unterschied zwischen einer Form und einem Körper?
Geometrische Formen bzw. Flächen sind ein- oder zweidimensional. Sie sind eben und werden von Linien begrenzt. Eindimensional sind der Punkt oder eine Linie bzw. Gerade. Zweidimensional sind Flächen: Quadrat und Rechteck, Kreis und Ellipse, Dreieck oder mehreckige Formen wie z.B. Fünf- oder Sechseck usw. Auch Flächen mit unterschiedlichen Seitenlängen sind hier möglich.

Geometrische Körper dagegen sind dreidimensional, sie ragen in den Raum hinein bzw. nehmen Raum ein. Dazu gehören z.B. Quader, Würfel, Kugel, Zylinder, Pyramide und andere. Dabei kann es sich durchaus um Körper handeln, deren gegenüberliegende Seiten bzw. Flächen nicht automatisch die gleiche Größe haben müssen – oder deren Spitzen gekappt sind wie z.B. beim Kegelstumpf.
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Formen und Körper, die wir hier nicht im Einzelnen nennen. Geometrische Formen bzw. Flächen können auch in sich nochmals gestaltet sein, siehe folgende Fotos mit dem Belichtungselement einer Eingangstür, moderner Farbgestaltung mit verschiedenen Flächen bzw. einem Teil eines Fußbodenmosaiks aus Fliesenelementen.

Beim Herstellen von Spitzen können wir in der Regel nicht direkt dreidimensional arbeiten, sondern müssen den Körper „abwickeln“, also in einzelne Flächen aufteilen und arbeiten (zweidimensional); erst dann können wir die Flächen zusammenfügen um den gewünschten dreidimensionalen Körper zu erhalten. Beim Würfel z.B. wären das sechs einzelne Flächen (Quadrate), die dann zum Körper, dem Würfel, zusammengefügt werden müssen.
Nun haben Sie die Qual der Wahl, welche Form bzw. welchen Körper Sie entwerfen und arbeiten möchten! Ob Ihre Arbeit aus nur einer Form/einem Körper besteht oder ob Sie mehrere Einzelteile zu einem Gesamt-Kunstwerk zusammenfügen, bleibt Ihnen überlassen. Halten Sie bitte die angegebene Mindest- bzw. Maximalgröße ein (Angaben siehe Wettbewerbsausschreibung).
Alle zur Spitzenherstellung gängigen Materialien können verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass der gearbeitete Körper kein Innenleben/keine Füllung haben soll und nur aus der jeweiligen Spitze bestehen darf, man soll in ihn hineinschauen bzw. durch ihn hindurchschauen können.
Wir freuen uns auf viele kreative Werke zum Wettbewerb 2026.
Im Namen des Vorstands: Karin Schneider
Das Anmeldeformular finden Sie hier.
Hier die Wettbewerbsausschreibung als PDF zum Herunterladen.
