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Bei den Filetspitzen / der Filetstickerei / dem gestopften Filet / der Netzarbeit handelt es sich um eine Kombinationsspitze, die sich aus dem Knüpfen des Netzes und dem Einflechten eines Fadens für den Fülleffekt, häufig als „Einstopfen“ bezeichnet, zusammensetzt.
Geknüpfte Fischernetze waren schon in der Jungsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren bekannt. Erste bestickte Beispiele der Filetspitzen in Europa stammen aus dem Ende des 15./Beginn des 16. Jahrhunderts. Sie entwickelten sich parallel zur Nadel- und Klöppelspitze. Es wird angenommen, dass auch diese Technik bereits viel früher im Orient bekannt war und von dort den Weg nach Venedig fand.
Das Grundnetz der Filetspitze besteht aus einem meist quadratischen oder rautenförmigen geknoteten Netz, das mit einer Filetnadel oder auch maschinell geknüpft sein kann. Knoten im Filetnetz kann man nicht verschieben; einzelne Knoten kann man aufschneiden, ohne dass sich das Netz auflöst. Man unterscheidet verschiedene Formen (Grad-, Straßen-, Schräg-, Rund-, Gemustertes und maschinell hergestelltes Filet).
Um die dekorativen Füllungen einzuarbeiten, muss das Netz in einen Rahmen gespannt werden. Die Füllung kann aus unterschiedlichen Materialien und verschiedenen Spitzenstichen bestehen. Beide Arbeitsprozesse laufen grundsätzlich nacheinander ab.

Im Rahmen gespannte Filetspitze mit begonnener Stopfarbeit aus der Sammlung Deutsche Spitzengilde e.V.
Die Bestimmung von Alter und Herstellungsort bei der Filetspitze ist sehr schwierig, da gleiche Muster überall in Europa verwendet wurden.
Viele Vorlagenbücher lassen auf eine große Bedeutung der Filetspitze zu ihrer Zeit schließen. Das Beispiel eines Musterbuches von Giovanni Vavassore, genannt Guadagnino „Corona di racammi“, um 1530, finden Sie hier.

Filetspitze aus der Sammlung Deutsche Spitzengilde e.V. Inv.-Nr. 14

Rundfiletspitze aus der Sammlung Deutsche Spitzengilde e.V. Inv.-Nr. 416
Weitere Beispiel finden Sie hier und hier.
Eine Arbeitsanleitung von Therese de Dillmont finden Sie hier.
