Pag-Spitze

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Die Pag-Spitze gehört zu den Nadelspitzen. Sie wird heute noch auf der Insel Pag/Kroatien in der Adria hergestellt.

Die ältesten Pag-Spitzen entstanden etwa ab dem 16. Jahrhundert. Es handelt sich um eine geometrische Leinenspitze, die in eine quadratische Grundform eingearbeitet wird. Bei ihrer Herstellung werden Fäden aus dem Gewebe entfernt und durch Nadelspitzenelemente ersetzt. Dazu wird zunächst ein spinnenähnliches Netz im Leerraum aufgebaut, anschließend mit den typischen Mustern, Girlanden, Bögen und filigranen Blumen gefüllt. Die Formensprache der Pag-Spitze erinnert heute noch stark an die ursprüngliche Reticella-Spitze.

Die alten Spitzenmotive sind in der Tracht von Pag erhalten geblieben. Sie werden in die Vorderseiten von Damenblusen und in den Enden von Leinenschals eingearbeitet. Der Schal wird auf eine besondere Art zu einem Kopftuch „pokrivaca“, ähnlich dem mittelalterlichen Hennin, gefaltet (vgl. Abb.). Ursprünglich wurden die Muster der Pag-Spitze ohne Vorlage erstellt und nur mündlich in den Familien weitergegeben, wahrscheinlich gab es so etwas wie Familienmuster.

Tracht mit Pag Spitze; Quelle: https://total-croatia-news.com/lifestyle/pag-unesco-lace-traditions/

Detail Tracht mit Pag Spitze; Quelle: https://total-croatia-news.com/lifestyle/pag-unesco-lace-traditions/

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Spitze freier und z.T. nach Bildern bekannter Maler gearbeitet. Es entstanden Deckchen, Untersetzer u.a.

2009 wurde die Pag-Spitze in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe Kroatien aufgenommen.

Pag-Spitze aus der Sammlung Karin Müller

Pag-Spitze aus der Sammlung Karin Müller

Pag-Spitze aus der Sammlung Anneliese Wienands