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Dezember 2022

Nach der Spitzen-Vielfalt 2022 werden nun die Arbeiten des Wettbewerbes im Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ in Obertshausen gezeigt.

Wettbewerb 2022

Ebenfalls sehen Sie einige Arbeiten aus der Ausstellung:

Ein Leben für die Nadelspitze – Werke von Gudrun Borck (1943 – 2020)

Anfang Februar 2022 wurde im kleinen Kreis die Ausstellung „Ein Leben für die Nadelspitze“ – Werke von Gudrun Borck (1943 – 2020) im Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ in Obertshausen bei Frankfurt eröffnet. Die Spitzengilde hat dort ihre Ausstellungsräume und ist fester Bestandteil des Museums.

Die Deutsche Spitzengilde wurde 1986 gegründet. Ziel der Vereinsgründung war es, alle textilen Spitzentechniken „unter einem Dach“ zu vereinigen, um die Techniken alle gleichwertig zu bewahren, weiterzuentwickeln und in die moderne Gestaltung zu führen. Gudrun Borck war eines ihrer Gründungsmitglieder und wurde 1991 zur Museumsbeauftragten des Vereins ernannt. Sie engagierte sich zeitlebens in dem kleinen Museum.

Textile Spitzen waren die große, lebenslange Leidenschaft von Gudrun Borck. Sie beherrschte viele Techniken zur Herstellung von Spitze. Doch ihre wahre Leidenschaft galt der Technik der Nadelspitze, ihrem Markenzeichen, für das sie über die Grenzen von Deutschland hinweg bekannt war.

Mit ihrem großen Wissen um die Spitze und ihrer Geschichte hielt sie Vorträge auf Veranstaltungen und Messen im In- und Ausland. Wenn sie ihre Werke ausgestellt hat, blieben die Menschen davor stehen, haben die Spitzen betrachtet und waren von ihrem Ausdruck beeindruckt.  Es entstanden immer Gespräche zum Thema oder zur Nadelspitze. Das war ihr großes Anliegen.

Sie hat in ihren eigenen Spitzen persönliche Geschichten erzählt, die sie selbst erlebt hatte oder die sie sehr bewegt hatten. Die Exponate zeigen eindrucksvoll, wie kraftvoll sie dieses Ziel verfolgt hatte und dabei zeitlose und gleichzeitig zeitgemäße Kunstwerke geschaffen hat.

Viele kannten Gudrun Borck als freundliche, fachkundige, feinsinnige und dennoch auch resolute Persönlichkeit, die allen Spitzen-Interessierten ihre Unterstützung gab, gerade auch beim Erlernen der Nadelspitzentechnik.

Dabei versuchte sie immer zu verdeutlichen, dass die Idee der Ausgangspunkt der Arbeit ist und dass die Technik nur zum „Hilfsmittel“ wird. Jeder sollte seinen eigenen neuen Weg finden dies zu verwirklichen.

Die Deutsche Spitzengilde freut sich sehr über die Schenkung der Spitzen und Spitzenwerke von Gudrun Borck die ausgestellt wurden. Diese Gedenkausstellung ist der Start einer Reihe von Präsentationen, die die Deutsche Spitzengilde mit Ihren Werken gestalten wird.

Die ausgestellten Exponate zeigten ihre Nadelspitzen- und Klöppelspitzenwerke der vergangenen Jahrzehnte. In ihrer Antrittsrede als Erste Vorsitzende der Spitzengilde hatte Gudrun Borck 1992 formuliert: „Ich interessiere mich einerseits für die geschichtliche Aufarbeitung der Spitze, habe mir aber gerade aus deren kulturgeschichtlicher Entwicklung resultierend andererseits das Ziel gesetzt, Spitze zeitaktuell zu interpretieren und damit dieses schöne Kunsthandwerk wieder in das allgemeine Bewusstsein zu rücken.“

Lassen Sie sich von den Exponaten einfangen und bezaubern.

Hier ein paar Beispiele aus der Ausstellung:

   

             Feuervogel                                     Abendfrieden                       Nach dem Gewitter

Januar 2022

Aktuelle Ausstellung verlängert bis Dezember 2021:

„Thérèse de Dillmont – Unsere Lehrerin“

Thérèse de Dillmont wurde als Theresa Maria Josefa von Dillmont am 10. Oktober 1846 in der Wiener Neustadt, Kaisertum Österreich, geboren und verstarb am 22. Mai 1890 in Baden-Baden, Deutsches Reich. Sie war eine österreichische Handarbeitslehrerin und Autorin der „Enzyklopädie der weiblichen Handarbeiten“ und auch postum Namensgeberin für Produkte der elsässischen Garnfabrik Dollfus-Mieg & Compagnie in Mülhausen.

Thérèse besuchte die 1873 von Emilie Bach gegründete Stickereischule in Wien und schlug gegen den Widerstand in der Familie den unstandesgemäßen Beruf einer Handarbeitslehrerin ein. Bei der Weltausstellung Paris 1878 lernte sie den elsässischen Textilindustriellen Jean Dollfus-Mieg kennen und wurde von ihm 1884 als Handarbeitslehrerin in der Textilfabrik Dollfus-Mieg &Compagnie (DMC) in Dornbach bei Mülhausen angestellt.

Ab 1886 erschienen dort in einem Verlag, der ihren Namen trug, ihre „Enzyklopädie der weiblichen Handarbeiten“ sowie mehrere kleine Musterbücher.

Unter ihrem Namen wurden in mehreren europäischen Großstädten Handarbeitswarengeschäfte eröffnet: 1885 in Paris, 1886 in Berlin und 1887 in London. Das 1884 in Wien beim Stephansdom eröffnete Geschäft trug noch bis in die Nachkriegszeit den Namen Dillmont.

Sie heiratete 1889 in der Votivkirche in Wien den Kaufmann Josef Scheuermann, verstarb allerdings bereits 1890 während einer Kur in Baden-Baden. Ihre Nachfolgerin bei DMC wurde ihre Nichte, die sie aus einer Klosterschule in Brünn zu sich geholt hatte.

Thérèse wurde 1909 von Baden-Baden übergeführt und in der Familiengruft auf dem Wiener Neustädter Friedhof beigesetzt.
Text: Sigrid Schüttler

Aktuelle Ausstellung verlängert bis Dezember 2021:

Wettbewerbsarbeiten 2020 – Deutsche Spitzengilde e.V. zum Thema „Spirale“

Da beide Ausstellungen im letzten Jahr aufgrund der langen Schließung des Museums nur kurze Zeit zu besichtigen war haben wir uns entschlossen, sie den Besuchern noch bis Ende dieses Jahres zu präsentieren.

„Karl-Mayer-Haus“, Obertshausen
Karl-Mayer-Straße 10
63179 Obertshausen

Öffnungszeiten:
12. und 26. September 2021
13. und 24. Oktober 2021
14. und 28. November 2021
15. Dezember 2021 (letztmals offen in 2021)
jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr

November 2020

Ein Leben für die Spitze – Gudrun Borck ist verstorben

Es ist nie der richtige Zeitpunkt!
Es ist nie der richtige Tag!
Es ist nie alles gesagt!
Es ist immer zu früh!

Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass Gudrun Borck am Sonntag, 22. November, nach kurzer schwerer Krankheit in Langen verstorben ist, nur eine Woche nach ihrem 77. Geburtstag.

1986 war sie eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Spitzengilde e.V. Ziel der Vereinsgründung war es, alle textilen Spitzentechniken „unter einem Dach“ zu vereinigen, um die Techniken alle gleichwertig zu bewahren, weiterzuentwickeln und in die moderne Gestaltung zu führen. Sie engagierte sich von Anfang an in der Spitzengilde.

Bereits 1991 wurde sie zur Museumsbeauftragten des Vereins. In Obertshausen wurde 1992 das Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ eröffnet. Die Spitzengilde hat dort ihre Ausstellungsräume und ist fester Bestandteil des Museums. Im Museum betreute sie an den Öffnungstagen die Besucher und stand für Fragen zur Verfügung. Sie vertrat auch die Spitzengilde bei den Sitzungen des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen.

In der Mitgliederversammlung der Spitzengilde 1992 in Mainz wurde sie zur 1. Vorsitzenden gewählt. Diese Position bekleidete sie bis 2004.
Seit Beginn der Vereinstätigkeit organisierte sie viele hochkarätige Ausstellungen von SpitzenkünstlerInnen und zu Spitzenthemen.
Mit ihrem großen Wissen um die Spitze und ihrer Geschichte hielt sie Vorträge auf Veranstaltungen und Messen.
Es war ihr ein zentrales Anliegen, die Technik der Nadelspitze weiterzugeben um sie zu erhalten und den Menschen damit ein Stück Lebensqualität zu vermitteln.
Gudrun Borck wird uns als Spitzenfachfrau und Vorbild in Erinnerung bleiben und wir werden ihr Vermächtnis bewahren und weitertragen.
Sie wird in der Spitzengilde eine große Lücke hinterlassen für alle, die sie kannten.

Mit ihr verlieren wir eine Freundin, eine Koryphäe in der Kunst der Nadelspitze, die Seele des Vereins, die mit ihrem Wissen über Spitzen und deren Geschichte Ihresgleichen sucht.

Frau Borck und die Nadelspitze, das war eine Einheit.

Der Vorstand der Deutschen Spitzengilde e.V.