Nanduti

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Bereits im 17. Jahrhundert kam die Sol-Spitze mit den spanischen Eroberern nach Paraguay/Südamerika; dort wird sie Nanduti genannt. Diese Nadelspitze ähnelt in ihrem Aussehen einem Spinnennetz, daher auch ihr einheimischer Name „Spinnenweiß“ (Ñandu ‚Spinne‘ und -ti ‚Weiß‘).

Das Muster wird auf Stoff vorgezeichnet und dieser in einen Rahmen gespannt. Zunächst müssen die Ränder des Motives durch Festonstiche gesichert werden. Anschließend werden die Diagonalfäden für das Grundnetz auf dem Stoff gespannt. Berühren sich z.B. zwei Kreise, wird der Diagonalfaden der neuen Form um die Fäden der bestehenden Form geführt. Anschließend kann das Muster konzentrisch von innen nach außen gefüllt werden. Nach Beenden der Arbeit wird der Stoff unter der Stickerei weggeschnitten.

Die Nanduti zeigt eine größere Mustervielfalt als die Teneriffa-Spitze; sie wird immer in einem Stück gearbeitet und hat keine Nähte. Seit etwa 1950 werden auch farbige Nandutis hergestellt.

Ein Beispiel für bunte Nanduti-Spitze finden Sie hier.

Eine Arbeitsanleitung für Nanduti finden Sie hier.

Nanduti aus der Sammlung Eva von der Bey