Welt der Spitze

„Point d’Alençon“ ist Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

Am 16. November 2010 wurde die Nadelspitze von Alençon „Point d’Alençon“ in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Die UNESCO unterscheidet in Welterbe( Kultur- und Naturdenkmäler), Weltdokumentenerbe (z.B. Bücher, Partituren, Ton- und Filmdokumente)und in Immaterielles Kulturerbe. Letzteres beinhaltet Tänze (z.B. Flamenco), mündliche Literaturformen, Sprachen (z.B.Pfeifsprache El Silbo auf der Kanareninsel La Gomera) und u.a. Handwerkskunst, alles erhaltenswerte Dinge die nicht „gefasst“ werden können, also einen ideellen Wert haben. Oft sind sie regionenbezogen oder werden nur noch von wenigen Menschen beherrscht.

Der 2009 gestellte Antrag wurde von der Gemeinschaft der Nadelspitzenmacher, der Stadt Alençon, dem Kultusministerium und dem ihm unterstellten Nationalen Atelier und Museum der Feinen Künste in Alençon vorbereitet und präsentiert. Auf der Webseite der UNESCO kann man sich unter der Überschrift:  „Intangible Heritage“ einen Film und Fotos anschauen, die zusammen mit dem Antrag eingereicht wurden.

Durch die Anerkennung der UNESCO haben sich die Antragsteller verpflichtet der „Point d’Alençon“ eine finanzielle Absicherung zu gewähren, so dass das Fachwissen weiterlebt und ein großes Publikum erreicht werden kann.

Die „Point d’Alençon“ wird seit fast 400 Jahren in Alençon hergestellt. Sie ist einzigartig und wird ausschließlich mit der Hand nach Zeichnungen von Künstlern gearbeitet. Das dem Kultusministeriums unterstellten Nationalen Atelier von Alençon (es ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich) hat die Aufgabe die Technik und Tradition der „Point d’Alençon“ zu bewahren. Die Ausbildung zur Spitzennäherin für die „Point d’Alençon“ dauert fast 10 Jahre und basiert ausschließlich auf mündlicher Weitergabe und praktischer Arbeit. Um ein Spitzenmotiv in Größe einer Briefmarke zu nähen braucht es ca. 25 Stunden.

Jedes Jahr im Sommer wird die „Point d’Alençon“ im Museum der Feinen Künste durch die Spitzenmacherinnen des Nationalen Ateliers vorgeführt. Hier im Museum kann man sich über alle Aspekte der Spitzenherstellung informieren. Webseite des Museums

Wer mehr über die Geschichte der „Point d’Alençon“ erfahren möchte findet auch auf der Webseite www.ville-alencon.fr umfangreiche Informationen.

Schon 1851 auf der Weltausstellung in London wurde der Begriff geprägt: „Point d’Alençon, Die Königin der Spitze und die Spitze der Königinnen“.

Herzlichen Glückwunsch zur Aufnahme in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Helga Thiel